E-Plus hat gestern seine Jahreszahlen vorgelegt und diese Gelegenheit genutzt, um die strategische Ausrichtung für die kommenden Jahre zu erläutern. Dabei zeigte sich deutlich, dass sich das Düsseldorfer Unternehmen zunehmend als Anbieter von Datendiensten sieht und hier künftig vermehrt investieren will. Kurioserweise findet der Auf- und Ausbau eines LTE-Netzes in diesen Plänen keinen Platz. Die einfache Begründung: LTE ist weitestgehend unnötig.

Stark steigende Datennutzung

E-Plus setzt seit Jahren auf die Strategie, mit vielen Marken und günstigen Angeboten Kunden an sich zu binden. Das geht besonders im Prepaid-Sektor auf, wie die aktuellen Geschäftszahlen zeigen. Von 22,7 Millionen aktiven SIM-Karten wurden 15,2 Millionen von Prepaid-Marken vertrieben, während 7,5 dem Postpaid-Sektor zuzuordnen sind.

Dabei spielen offensichtlich nicht nur günstige Minutenpreise eine wichtige Rolle, sondern auch Datendienste. Der Umsatzanteil, der aus derartigen Angeboten stammt, ist von 28 Prozent in 2010 auf mittlerweile 36 Prozent angewachsen. Dazu zählen zwar auch SMS, da diese aber in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung verloren haben, dürfte vor allem die immer beliebter werdende Nutzung des mobilen Internets für den Zuwachs gesorgt haben.

Netzausbau ohne Ambitionen für LTE

E-Plus ist hier zwar erfolgreich, ein Bericht der Stiftung Warentest bescheinigt dem Unternehmen allerdings gravierende Mängel. Im Grunde würde das Netz nur in den Städten ausreichende Geschwindigkeiten bieten, so das Fazit der Studie. E-Plus will das ändern und im kommenden Jahr 2,2 Milliarden Euro in den Netzausbau investieren. LTE spielt dabei aber anders als bei den Konkurrenten keine Rolle.

Die Düsseldorfer begründen das mit der Ausrichtung auf Smartphone- und Tablet-Nutzer. Laut einem Sprecher des Unternehmens werden die technischen Möglichkeiten dieser Geräte bereits mit einem Datendurchsatz von 1 bis 2 MBit/s Sekunde ausgereizt. Ziel sei es dennoch, das Netz für Bandbreiten bis zu 42 MBit/s zu rüsten – zumindest dort, „wo es nötig ist.“ Allein auf den UMTS-Turbo HSPA+ will man sich dabei offenbar nicht verlassen und wird deshalb alle neuen Funkanlagen mit LTE-fähiger Hardware ausrüsten. Einem Start noch in diesem Jahr steht man allerdings auch wegen der wenigen Endgeräte skeptisch gegenüber.

Autor: Bernd Weinhold
Bildquelle: teltarif.de
Kategorieen: LTE

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